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So meisterst du das Kündigungsgespräch souverän und behutsam

Jede Führungskraft hat ihre persönlichen Lieblingsaufgaben. Die einen reißen sich um die Prozessoptimierung, während die anderen am liebsten Besprechungen mit der Belegschaft abhalten. Manches lässt sich delegieren und an Kollegen oder Mitarbeiter abtreten. Wenn es jedoch dazu kommt, dass ein Mitarbeiter entlassen werden muss, solltest du die diese Aufgabe unbedingt selbst übernehmen. Diese Gespräche sind von Natur aus unangenehm. Aber im Laufe deiner Karriere als Führungskraft wirst du dich irgendwann einem Kündigungsgespräch stellen müssen. Ich zeige dir, wie du dich dieser Aufgabe behutsam und souverän annimmst.

 

Die Gründe einer Kündigung

Es gibt drei Gründe für eine Kündigung:

  1. verhaltensbedingte Kündigung: Das Verhalten des Mitarbeiters stört den Unternehmensfrieden nachhaltig oder hat das Vertrauensverhältnis zerstört. Dies kann zum Beispiel bei mehrfachem unentschuldigten Fehlen der Fall sein. Bevor die Kündigung in Betracht kommt, musst du den Mitarbeiter aber mehrfach schriftlich abgemahnt haben.
  2. betriebsbedingte Kündigung: Im Zuge von Rationalisierungs- oder Umstrukturierungsmaßnahmen kann es dazu kommen, dass Arbeitsplätze wegfallen. Prüfe vor der Kündigung, ob du den Mitarbeiter auch anderweitig einsetzen könntest. Sollte dies zum Beispiel aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich sein, bleibt nur noch die Kündigung.
  3. personenbedingte Kündigung: Der Mitarbeiter erfüllt den vereinbarten Arbeitsvertrag nicht (mehr). Um eine rechtsgültige Kündigung aussprechen zu können, musst du vorab prüfen, ob der Mitarbeiter auch zukünftig die geforderte Arbeitsleistung nicht erbringen wird, ob du ihn an einer anderen Position weiterbeschäftigen könntest und ob es Maßnahmen gibt, die es dem Mitarbeiter ermöglichen würden, seiner Arbeit wie vereinbart nachzukommen.

Nicht immer wird ein Arbeitsverhältnis durch eine Kündigung beendet. Befristete Arbeitsverträge beinhalten bereits das Enddatum der Zusammenarbeit. In regelmäßigen Feedbackgesprächen solltest du mit deinem Mitarbeiter gemeinsam seine Leistungen und eine mögliche gemeinsame Zukunft besprechen. Achte darauf, dass du dem Mitarbeiter weder falsche Hoffnungen noch unnötig Angst machst. Sprich stattdessen eine Möglichkeit bzw. den Ausschluss einer Vertragsverlängerung offen an.

 

Eine gute Vorbereitung schafft Souveränität

Vor jedem Kündigungsgespräch solltest du ausführlich mit der Personalabteilung oder mit einem Rechtsanwalt die rechtlichen Grundlagen klären, um eine anfechtbare Kündigung zu vermeiden. Auch der Betriebsrat – sofern dein Unternehmen über einen verfügt – muss vor jeder Kündigung die entsprechenden Gründe erfahren. So sicherst du dich nicht nur juristisch ab, sondern kannst auch souverän argumentieren üben. Mitarbeiter spüren die Unsicherheit ihrer Führungskraft und könnten dadurch falsche Hoffnung schöpfen. Umso wichtiger ist es, dass du dir vorab darüber im Klaren bist, dass es keinen anderen Weg geben kann, als den Mitarbeiter zu entlassen.

Bereite alle Dokumente zu Resturlaub, Freistellung, Zeugnis und finanziellen Vereinbarungen gut vor und nehme sie in das Gespräch mit. Am Ende des Kündigungsgespräches sollte dein Mitarbeiter keine offenen Fragen mehr haben.

Wie Mitarbeiter auf die Kündigung reagieren, kann sehr unterschiedlich sein. Bereite dich in Gedanken auf emotionale Reaktionen vor und spiele mögliche Gegenreaktionen deinerseits durch. Der Grundtenor deines Verhaltens sollte dabei mitfühlend, aber nicht zu emotional sein.

 

„Die Tür ist da vorn!“ – So bitte nicht

Kündigungsgespräche sind für Führungskräfte immer unangenehm. Für den entlassenen Mitarbeiter ist die Situation aber noch sehr viel dramatischer. Daher wird die Souveränität, die du mit deiner Vorbereitung gewonnen hast, nicht ausreichen, um das Gespräch behutsam über die Bühne zu bringen. Hier ist dein Fingerspitzengefühl gefragt! Aber Vorsicht: Rede nicht um den heißen Brei herum, sondern komme zügig zum springenden Punkt. Die Botschaft der Kündigung solltest du in den ersten fünf Sätzen des Gespräches vermitteln. Dabei sollte die Begründung der Entlassung unmissverständlich klar werden.

Nutze das Kündigungsgespräch keinesfalls als Abrechnung mit dem Mitarbeiter. Dass du den Mitarbeiter entlassen musst, hat seine Gründe und die legst du offen dar. Versuche aber auch, positive Worte zu finden, um mögliche berufliche Perspektiven deines Mitarbeiters außerhalb dieses Arbeitsverhältnisses aufzuzeigen.

Mit Souveränität und Behutsamkeit werden dir die Kündigungsgespräche auch nicht leicht von der Hand gehen. (Wer solche Gespräche ohne mit der Wimper zu zucken hinter sich bringt, hat meiner Meinung nach soziopathische Tendenzen.)  Aber du wirst sie immerhin angenehmer für deinen Mitarbeiter und für dich gestalten.

Kündigungen, die daraus resultieren, dass der Mitarbeiter schlichtweg nicht ins Unternehmen zu passen scheint, können oft vermieden werden. Wie du deine Mitarbeiter besser kennenlernst und sie nach ihren individuellen Eigenschaften richtig einsetzt, kannst du in meinem Workshop zum Reiss Motivation Profile lernen. 

Solltest du zu den gekündigten Arbeitnehmern gehören und du beabsichtigst aus der Arbeitslosigkeit zu gründen, findest du hier wertvolle Informationen, damit deine Selbstständigkeit nicht in die Hose geht. Ist deine Gründungsidee schon vorangeschritten und du kommst nicht mehr weiter, dann unterstütze ich dich gerne auf deinem Gründungsweg. Hier kannst du einen Termin buchen: 

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